Pressemitteilung vom 23.11.2011

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Stopp: Keine Gewalt gegen Frauen in Hamburg

Der Landesfrauenrat Hamburg begrüßt, dass 2011 erstmals die Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ am Rathaus Hamburg gehisst wird. Dieses hat der Landesfrauenrat seit Jahren vom Hamburger Senat zum Internationalen Tag gegen Gewalt der Vereinten Nationen am 25. November eines jeden Jahres gefordert.

Gewalt in den zwischenmenschlichen Beziehungen muss abgebaut werden, damit Menschen in Würde leben können. Frauen haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und Respekt. Dies fordert der Landesfrauenrat Hamburg, in dem sich 60 Frauenverbände vernetzen und Lobby für Fraueninteressen und Gleichstellung von Frau und Mann sind.

Gewalt gegen Frauen trifft weltweit jede 3. Frau. In der EU und in Deutschland wird schätzungsweise jede vierte Frau Opfer von Gewalt. Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Dies zeigen auch die Fälle Kachelmann und Strauss-Kahn. Gewalt gegen Frauen-so der UN- Generalsekretär - ist das schlimmste Verbrechen, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind im vergangenen Jahrzehnt hunderttausende Frauen vergewaltigt, geschlagen, versklavt oder getötet worden.

Die Europäische Schutzanordnung, der das Europäische Parlament jetzt zugestimmt hat, ist ein wichtiger rechtlicher Fortschritt; denn der Schutz gegen mögliche körperliche oder psychische Gewalt durch Nachstellen, Belästigung und andere Formen der Nötigung wird ausgeweitet. Die Europäische Schutzanordnung stellt sicher, dass gerichtlich angeordnete Maßnahmen, die eine Person vor einer strafbaren Handlung bewahren sollen, in allen Mitgliedstaaten gelten.

In Hamburg finden Aktionen statt wie z.B. die wunderbare Brötchentütenaktion "Gewalt kommt nicht in die Tüte", (Hamburger Meile) oder die Protestaktion von Pro:fem „Ein Licht 'für jede Frau“- an der Reesendammbrücke/ Jungfernstieg (16-19.45) werden 450 Lichter angezündet. Es wird befürchtet, dass 2012 450 Frauen und Kinder, die vor Gewalt fliehen, in Hamburg keine Zuflucht mehr in Frauenhäusern finden können.

Professor Dr.h.c. Christa Randzio-Plath, Vorsitzende Landesfrauenrat Hamburg: „Senat und Bürgerschaft sind aufgefordert, auf die zunehmende häusliche und außerhäusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder hinzuweisen, im Haushalt die ausreichende und angemessene Finanzierung der Hamburger Frauenhäuser sicherzustellen, aber auch die der Notrufe und Beratungseinrichtungen. Hamburg als internationale Stadt ist auch Zentrum für Frauenhandel und Zwangsprostitution. Hamburg muss Frauen Schutz bieten. Der Kampf gegen Gewalt an Frauen sowie gegen häusliche Gewalt sind ein gesamtgesellschaftliches Anliegen und eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.“


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