Pressemitteilung vom 09.01.2014

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Hammonia 2014: Ehrung von Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit

Der Landesfrauenrat Hamburg hat den Titel Hammonia 2014 in Erinnerung an die Schutzgöttin der Stadt an Frau Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit für ihr langjähriges Engagement für die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern verliehen.

Wie die früheren Preisträgerinnen Maria Jepsen, Eva Rühmkorf, Rita Bake, Elisabeth von Dücker, Dr. Julia Dingwort-Nusseck und Helga Schulz hat sich Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit in herausragender Weise um Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit ver-dient gemacht. Die Verleihung der Urkunde findet im Rahmen des Neujahrsempfangs des Landesfrauenrates am 13. Januar 2014 um 18.00 Uhr, in den Räumen des Landesfrauenrats Hamburg e.V. in der Grindelallee 43 statt.

Mit 22 Jahren schloss Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit ihr Jurastudium ab, wurde 1960 Rich-terin im Hamburg und focht u. a. ein Gesetz durch, das Beamtinnen Teilzeit und Familienur-laub erlaubte. 1977 wurde sie für 4 Jahre zur 1. Vorsitzenden des Deutschen Juristinnen-bundes gewählt. 1984 wurde sie erste Senatspräsidentin am Oberlandesgericht. Von 1991 an war sie Justizsenatorin in Hamburg, später in Berlin. Sie war Mitglied der Verfas-sungskommission, die 1994 den Zusatz zum Artikel 3 des Grundgesetzes durchbrachte, auf dem alle heutigen Gleichstellungsgesetze fußen. Die Mutter dreier Kinder ist noch heute als selbständige Rechtsanwältin tätig. Kürzlich erschienen Dr. Peschel-Gutzeits Lebenserinne-rungen unter dem Titel „Selbstverständlich gleichberechtigt“. Darin schildert sie, warum es heute, 63 Jahre nach Inkrafttreten des Gleichberechtigungsgrundrechtes immer noch so viel zu tun gibt. Die Einführung einer Frauen-Quote in Führungspositionen etwa habe vor allem pädagogischen Charakter. Wenn Frauen die Ansicht vertreten, eine gesetzliche Quote sei unnötig, die Wirtschaft werde es schon selbst schaffen, hält sie dagegen: „Die Geschichte zeigt, dass diese Annahme scheitern muss! Es ist wie mit den Männern auf dem Gehsteig: Wenn sie nicht müssen, macht keiner von ihnen freiwillig Platz." Peschel-Gutzeit rät Frauen, im Beruf den Regeln der Männerwelt zu folgen, Konflikte anzunehmen statt ihnen auszuwei-chen, um von innen heraus das System zu verändern. „Keine Frau muss auf diesem Weg ihre weibliche Kultur verleugnen. Es geht vielmehr darum, männliche Hierarchien einzuneh-men, sie für sich zu nutzen, um dann, in der Chefetage angekommen, einen neuen, weibli-chen Führungsstil etablieren zu können. „Wir brauchen die Quote als Türöffner. Wobei eins völlig klar sein muss: Frausein allein ist keine Qualifikation."

Der Landesfrauenrat Hamburg e.V. (LFR) ist die unabhängige, überparteiliche und überkon-fessionelle Dachorganisation von über 60 Frauenverbänden. Er repräsentiert etwa 300.000 Hamburgerinnen und ist damit die größte Frauenlobby Hamburgs.


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