Pressemitteilung vom 07.01.2015

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Hammonia 2015: Ehrung von Dr. Helga Kutz-Bauer

Der Landesfrauenrat Hamburg verleiht den Titel Hammonia 2015 in Erinnerung an die Schutzgöttin der Stadt an Frau Dr. Helga Kutz-Bauer für ihr langjähriges Engagement für die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern.

Wie die früheren Preisträgerinnen Maria Jepsen, Eva Rühmkorf, Rita Bake, Elisabeth von Dücker, Dr. Julia Dingwort-Nusseck, Helga Schulz und Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit hat sich Dr. Helga Kutz-Bauer in herausragender Weise um Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit verdient gemacht. Die Verleihung der Urkunde findet im Rahmen des Neujahrsempfangs des Landesfrauenrates am 12. Januar 2015 um 18.00 Uhr in den Räumen des Landesfrauenrats Hamburg e.V. in der Grindelallee 43 statt.

Helga Bauer wurde 1939 in Königsberg/Ostpr. geboren. Nach der Flucht lebte sie mit Mutter und Bruder in Niedersachsen. Nach einer Lehre als Industriekauffrau, erwarb sie das Handelskammerdiplom Wirtschaftsenglisch und arbeitete als Exportsekretärin in Frankreich. Nachdem sie 1966 das Abitur ablegte, begann sie ein Studium der Soziologie und Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Hamburg. Sie heiratete Martin Kutz, es folgte die Geburt eines Sohnes. 1988 Promotion zum Dr. phil. mit einer Arbeit über die Arbeiterbewegung in Hamburg unter dem Sozialistengesetz.

Helga Kutz-Bauer wurde 1960 Mitglied der SPD. 1966 trat sie in den Sozialdemokratischen Hochschulbund (SHB) ein und war ASTA-Vorsitzende im Sommersemester 1967. Sie war mehrere Semester lang Mitglied des Studentenparlaments. 1971 machte sie den Abschluss als Diplom-Soziologin. Von 1970 bis 1974 war sie Mitglied der Bezirksversammlung Eimsbüttel und von 1971 bis 1980 Mitglied des Landesvorstandes der SPD Hamburg. Von 1974 bis 1978 gehörte sie dann als Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft an.

Gemeinsam mit der CDU-Politikerin Birgit Breuel initiierte Helga Kutz-Bauer 1976 eine parteiübergreifende Konferenz von 15 weiblichen Bürgerschaftsabgeordneten. Sieben von ihnen gehörten der SPD an, fünf der CDU und drei der FDP. Die Politikerinnen gründeten eine "Aktionsgemeinschaft gegen die Benachteiligung der Frau in Familie, Politik und Gesellschaft". Damit hatten sie Parlamentsgeschichte geschrieben. Als erstes brachten die Politikerinnen im Parlament eine Anfrage zur Neuregelung des Paragraphen 218 zur Sprache und fragten kritisch: Ist es richtig, dass die Beratungen in der Hamburger Gutachterstelle für Schwangerschaftsabbruch zum Teil bei offenen Türen stattfinden?" Es folgten eine Reihe ähnlicher Initiativen. Von 1985 bis 2003 leitete Kutz-Bauer die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Der Landesfrauenrat Hamburg e.V. ist die unabhängige, überparteiliche und überkonfessionelle Dachorganisation von 60 Frauenverbänden. Er repräsentiert etwa 300.000 Hamburgerinnen und ist damit die größte Frauenlobby Hamburgs.

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